Handelsüblicher Fahrzeug Katalysator
Quelle: de.wikipedia.org

In Belgien ist ein neuartiger Katalysator entwickelt worden, der erstmals den Anteil von Stickoxiden in Abgasen signifikant reduzieren konnte. Genau diese Schadstoffe sind für den berühmten sauren Regen und für den Sommersmog verantwortlich.

Einer Forschergruppe um Johan A. Martens vom Belgischen Centrum voor Opperflaktechemie en Katalyse gelang es mit Hilfe eines Silikatminerals, das mit Silberionen versetzt ist, bis zu 85 Prozent der Stickoxide (NOx) zu vernichten, berichtet die Zeitschrift "Angewandte Chemie" in ihrer neuesten Ausgabe. Der neue Katalysator kann im Gegensatz zu bisherigen Versuchskatalysatoren auch mit Dieselmotoren und verbrauchsarmen Magermixmotoren funktionieren. Bisher ist der „Silber-KAT“ aber erst im Labor getestet worden, ein Einbau in einem Versuchsfahrzeug steht noch bevor, die Laborversuche seien aber schon so erfolgreich, das sich das Team entschlossen hat trotzdem bereits an die Öffentlichkeit zu treten und Ihre spektakulären Ergebnisse zu veröffentlichen.

Näheres zur Funktionsweise

Der Katalysator basiert auf Zeolithen, einem Silikatmineral, das auch in Waschmitteln enthalten ist. Um Stickoxide zu zerstören, braucht der Katalysator Propen, ein ungiftiges, brennbares Gas, das in Raffinerien hergestellt wird. Die Stickoxidmoleküle verbinden sich auf der Oberfläche des Minerals mit den Propenmolekülen und werden zu Stickstoff reduziert. Aus dem Propen entstehen Essigsäure und Kohlenmonoxid, das durch den Auspuff abgegeben wird. Danach setzt ein zweistufiger Prozess ein: in einem herkömmlichen Katalysator werden Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffe oxidiert, dann Propen beigegeben und der zusätzliche Silberkatalysator vernichtet die Stickoxide.

Bisher rechnen Experten damit, das das System wohl auch unter Normalbedingungen in einem Fahrzeug funktionieren wird. Ursprünglich entwickelt, um teures Platin bei der Verwendung von Katalysatoren einzusparen, könnte sich der Silber-Katalysator aber auch durch die umweltschonende Fähigkeit, die Stickoxide drastisch zu reduzieren langfristig durchsetzen.

Silberpreis dürfte drastisch steigen

Der absehbare industrielle Mehrverbrauch an Silber dürfte bei Serienproduktion des neuen Katalysators immens sein, denn alleine in Deutschland sind 43 Millionen Fahrzeuge laut Kraftfahrtbundesamt (Stand 2007) angemeldet! Was das für den zukünftigen Preis des Edelmetalls bedeuten kann ist klar, Silber könnte nach Erlangung der Serienreife, die bei industrieller Unterstützung durch die Privatwirtschaft meist nach 10-12 Jahren erreicht wird zu deutlich höheren Preisen verkauft werden, gerade weil umweltschonende Maßnahmen im Fahrzeugbau mittlerweile auch durch die Europäische Union mit Millionen Euro Subventionen gefördert wird. Dies bleibt vorerst noch Zukunftsmusik, jedoch die ersten Weichen sind gestellt und sollte der Fahrzeugtest des Silber-Katalysators wirklich erfolgreich sein, so wäre der Weg für den Silberkatalysator und für den Silberpreis nach oben offen!

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Kommentare

das ist falsch
Wenn Silber als Katalysator diesen Bereich wirklich ausfüllen kann, ist es für die Umwelt eine Bereicherung. Ob es für den weltweiten Silberbedarf einen Einfluss hat ist aus meiner Sicht fraglich, weil: 1. Die Stabilität des Katalysators ein Problem darstellen könnte, selbst bei schwefelfreiem Kraftstoff (der ist praktisch nicht herstellbar)wird noch Schwefel als Gas aus der Luft angesaugt. Silber reagiert gerne mit Schwefel, das kennen wir, wenn unser Silberbesteck anläuft. Es entsteht schwarzes Silbersulfid. 2.Des weiteren gibt es ein Silberoxid, welches mit Wasser leicht basisch reagiert und daher sogar mit Kohlendioxid eine Verbindung eingehen kann. 3. Silber kann mit einem Phenylrest, der aus unvollständig verbranntem Benzol, welches in jedem Kraftstoff ist, bzw. bei der Verbrennung hergestellt wird, reagieren. Stellt man die Eigenschaften von Silber denen von Platin gegenüber, fällt auf, dass Silber aller Wahrscheinlichkeit nach wesentlich mehr Probleme mit der Stabilität hat als das bekannte Platin. Die Stickoxide sind auch schon mit der Zudosierung von Harnstoff erfolgreich angegangen worden. Aus meiner Sicht ist der Einsatz von Silber (als Katalysator) aus drei Gründen noch nicht sicher. Erstens die Stabilität des Elementes Silber; zweitens der Trend zu Elektrofahrzeugen, die brauchen keinen Katalysator und drittens gibt es schon erfolgreiche Versuche mit Harnstoff zur Stickoxidminimierung (Diesel). Aber an anderer Stelle hat Silber eine fast garantierte Zukunft. Silber ist das leitfähigste Metall schlechthin, hier gibt es für den Einsatz in Elektrofahrzeugen viele Anwendungsbereiche. E-Fahrzeuge brauchen viel Leistungselektronik. Des weiteren hat die EU eine Verbot von bleihaltigem Lot erlassen. In dem neunen Lotmassen ist Silber als unverzichtbarer Bestandteil enthalten. Hier könnte weltweit ein richtig groߟer Bedarf entstehen, wenn alle Platinen mit bleifreiem Lot behandelt werden müssen, um die Bleibelastung zu vermindern. Das hat schon einmal gegriffen, als bleifreies Benzin zum internaltionalen Standard wurde.