Silber-Granulat in Verpackung

Silbergranulat, ca. 150 g

Herstellung von Silbergranulat

Silbergranulat ist die traditionelle Form von Silber, die die Schmuckindustrie und andere silberverarbeitende Industrien benötigen, um Ihre Produkte herzustellen. Es ist nichts anderes als reines Feinsilber in grob-/bzw. sehr feinkörniger Form. Silbergranulat wird sehr einfach hergestellt: flüssiges Silber wird gesiebt und in kaltes Wasser gegossen. Es entstehen Silberteilchen von unterschiedlicher Größe, von knapper Nugget-Größe bis zu sehr kleiner Körnung ist dabei alles vertreten. Silbergranulat wird von den Scheideanstalten hergestellt, die dieses dann an Edelmetallhändler bzw. an die Industrie selbst weiterverkauft.

Verwendung in der Silberverarbeitung

Silbergranulat ist für die Industrie insgesamt von sehr großem Vorteil, da man durch die unterschiedlich großen Silberkörner das gewünschte Gewicht bzw. die gewünschte Feinheit z.B. eines Schmuckstücks oder eines Bauteils sehr gut abmessen kann. Es ist daher auch für die Arbeit eines Juweliers bzw. eines Silberschmieds nicht wegzudenken. Selbst wenn auf Kühlschränken nur eine Nanoschicht von Silber-Ionen aufgetragen werden muss, bietet sich der Ausgangsstoff Granulat an, da die feinen Körnchen leicht zu dem sehr feinen Silberstaub gemahlen werden können, der zum Auftragen der antibakteriellen Silberschicht genutzt wird.

Kleine Silbernuggets des Silber-Granulats in Vergrößerung

Silbergranulat Formen

Echte Alternative zu Münzen oder Barren?

Immer wieder fragen sich Neu-Investoren, ob es sich denn auszahlt in, im Vergleich zu Münzen und Barren, günstigeres Silbergranulat zu investieren. Hier lohnt es sich eine genauere Analyse der Thematik durchzuführen. Silbergranulat ist feinkörniges Silber. Es wird nach einem sehr einfachen Prinzip hergestellt: Flüssiges Silber wird gesiebt und in einem Behälter mit kaltem Wasser aufgefangen, fertig ist das körnige Granulat. Ja nach Siebstärke ist es grob- bzw. feinkörniger. Silbergranulat wird hauptsächlich von Juwelieren zur Schmuckherstellung benutzt bzw. von der Industrie zur allgemeinen Weiterverarbeitung von Silber.

Aufgrund der Herstellungsart und da es sich preislich auch nicht lohnt, sind die einzelnen Silberkörnchen natürlich nicht punziert, und das ist leider ein absoluter Nachteil für Privatinvestoren. Wer also ein sehr günstiges Angebot eines unbekannten Händlers findet, sollte höchste Vorsicht walten lassen. Denn wer kann einem Laien schließlich die Reinheit des angebotenen Materials garantieren?

Vor- und Nachteile

Für den privaten Edelmetallanleger ergeben sich folgende Vor- und Nachteile bei einer evtl. Anlage in Silbergranulat:

  • Vorteile:

  • günstige Variante von Feinsilber
  • gut portionierbar
  • leichte Weiterverarbeitung
  • Nachteile:
  • geringere Akzeptanz beim Wiederverkauf
  • keine garantierte Reinheit wie bei Münzen u. Barren
  • geringe Fungibilität im Falle einer Währungskrise
  • unterschiedliche Größen der Silberkörner
  • keine Wertsteigerungsmöglichkeit durch Sammler
Mögliche Folgekosten beim Wiederverkauf

Man kann zwar das Material zur Not auch bei einem Juwelier auf Reinheit prüfen lassen, dieses verursacht aber natürlich wieder Folgekosten, die die günstige Investition schnell wieder zunichte machen kann. Ohne Zertifikat und ohne eine verplombte Verpackung sollte man von Silbergranulat als Anlageform sowieso komplett die Finger lassen. Gerne werden nämlich unter das reine Silber auch mal ein paar versilberte Körnchen untergemischt, solche Fälle gab es schon relativ häufig, daher ist es sehr wichtig für solche speziellen Investments seriöse Bezugsquellen zu haben.

Als die Händler kurzfristig keine Münzen und kaum noch Barren in ihren Beständen hatten, wurde vermehrt Silbergranulat als Alternative angeboten. Die meisten Edelmetall-Investoren sind sich jedoch darüber zumeist einig, dass diese Form von Edelmetall keine echte Alternative zu Münzen und Barren darstellen kann, denn es hat einen grundlegenden, kapitalen Nachteil:

Granulat aus feinkörnigem Silber

Am falschen Ende gespart?

Bei einem Investment ganz egal welcher Art sollte zunächst auf Fungibilität, also auf die Ein- bzw. Umtauschbarkeit der Ware geachtet werden. Selbst bei steigendem Silberpreis würde man sein Silbergranulat auch nicht überall verkauft bekommen, da eigentlich nur Scheideanstalten und Juweliere in Frage kämen, die sich dafür berufshalber interessieren könnten. Laien sind in der Regel bei Dingen skeptisch, die sie nicht kennen. Aber fragen Sie sich der Einfachheit halber selbst: Welche Bezahlung würden Sie persönlich im Falle einer Währungskrise vorziehen? Würden Sie lieber eine bekannte Silber-Anlagemünze entgegennehmen, die ein staatlich garantiertes Gewicht sowie eine garantierte Feinheit aufweist oder aber kleine silberne Körnchen, die jemand aus einem Säckchen zaubert? Das zeigt, dass Sie bei einer Investition in Silbergranulat evtl. am falschen Ende gespart haben könnten.

Silbergranulat mit 1 oz Silbermünze zum Vergleich

Größenvergleich:
Granulat und Silbermünze (1oz)

Barren und Münzen haben einen gewaltigen Vorteil: Ihre Feinheit sowie ihr Gewicht ist garantiert und auch einzeln nachvollziehbar auf jedem einzelnen Stück angegeben. Ihr höherer Aufpreis zahlt sich letztendlich in der Regel meist aus. Selbstverständlich muss jeder Investor für sich entscheiden, in welche Form von Edelmetall er gerne sein Geld steckt, jedoch zeigt die Vergangenheit, dass Anlagemünzen meist die beste Performance im Edelmetallsektor boten.

Granulate aber auch andere Formen von Edelmetalle wie Bleche blieben meist weit hinter den Erwartungen zurück, da es sich um Spezialware für einen relativ kleinen Markt handelt, der Markt für Münzen und Barren ist dagegen ein riesiger, ja ein globaler Markt geworden.

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Kommentare

Granulat wird von den Scheideanstalten (Degussa) in 20 Kilo Säcken plombiert verkauft und auch problemlos angekauft.
Wenn das Granulat nicht beruflich genutzt wird - um Gottes Willen, niemals, da sehr schlechte bis keine Fungibilität. Dann lieber drei Wochen länger auf die Maples warten ;-)
ja schon, ich - und gehe mal davon aus auch anderen - waeren tatsaechlich interessiert für Ihr wissen!!! bitte schreiben Sie noch weiter, oder an mich: adifurfan at gmail punkt com
Silber als Granulat kann sehr leicht mit anderen Metallen insbesondere mit Molbydän verwechselt werden. Molybdän hat nahezu das gleiche spezifische Gewicht wie Silber, auߟerdem ist es auch ziemlich resistent gegenüber Umwelteinflüssen, so dass man keine Chance hat es durch genaues Betrachten als solches zu erkennen. Silbergranulat ist aus meiner Sicht etwas für die Groߟindustie, die über entsprechende Analysegeräte verfügt. Trotzdem ist für den privaten Anleger die Bonität des Lieferanten sehr wichtig. Theoretisch kann man zum Beispiel Goldbarren mit einem Wolframkern versehen, das fällt nur sehr schwer auf. Selbst Archimedes mit der Bestimmung des spezifischen Gewichtes wäre an Wolfram gescheitert. Hätte es Wolfram gegeben, wäre Archimedes nie dahinter gekommen, dass der Juwelier den König betrogen hat. Das ist ein Vorteil von Silber.de die hier aufgeführten Edelmetallhändler haben nach meinen Recherchen eine gute bis sehr gute Bonität Es gibt noch mehr Möglichkeiten bei Edelmetallen zu mogeln. Wenn Silber.de Interesse hat können weiter Metalle und ihre Eigenschaften beschrieben werden. und welche Möglichkeiten bzw. Unmöglichkeiten bestehen solche zu erkennen.
Ich meine da man keine garantierte Reinheit wie bei Münzen u. Barren hat und man auch bei dem Ankauf von Silbergranulat betrügt werden kann. -> des wegen lieber sich eine schöne Münze anlegen und auf eine Wertsteigerung hoffen ;) Euch allen einen schönen Rutsch ins Jahr 2010.
Ich finde es wirklich schön, das man auch die Vor(nach)teile von etwas, was nicht so bekannt ist wie z.B. Barren oder Münzen, nachlesen kann. Ich persönlich würde mich von Silbergranulat auf Grund der schwierigen Echtheitsprüfung aber fernhalten.
Ich würde auch von Sachen wie Granulat und Spezialwaren wie Blechen die Finger lassen. Schön, dass es mal so einen Artikel im Netz gibt! Es gibt doch nichts über schöne Münzen ;-)
Schlieߟ mich da Jonas an. Wer nicht grad Schmuck herstellt ist meines Erachtens mit Anlagemünzen besser bedient. Dann schon eher Barren.
endlich mal ein paar infos zum silber-granulat. als die letzten münzen bei online-shops und händlern ausverkauft waren, wurde man ja notgedrungen darauf aufmerksam. als anlage sicherlich nicht die beste alternative. praktischer nutzen bei der schmuckverarbeitung ist hier sicherlich vorrangig. sehr informativ der artikel... im internet findet man ja sonst fast nichts darüber. merci