Bimetall Münze "Faszination Licht"

Im Jahre 2003 begann die Münze Österreich eine neuartige Bi-Metallmünze herauszugeben, die ein bis dato nicht für Münzen benutztes Metall enthielt:

Es handelt sich um Niob, ein normalerweise gräuliches Schwermetall, welches hauptsächlich in der Metallurgie verwendet wird um Spezialstähle herzustellen.

Technisch besonders interessant ist allerdings, das Niob im Bereich des absoluten Nullpunkts supraleitende Fähigkeiten aufweist.

Außerdem kann 1 Gramm Niob bei Raumtemperatur 100 cm³ Wasserstoff aufnehmen, eine Fähigkeit, die früher bei der Vakuumröhrentechnik genutzt wurde.

Technisches zur Prägung

Die 25€-Gedenkmünzen der Münze-Österreich bestehen aus einem Ring aus 10 Gramm 900er Silber, sowie aus einem jeweils farbigen 6,5 Gramm schweren 998er Niob-Kern. Dieser ist von Münzausgabe zu Münzausgabe verschieden farbig. Diese Farbe des Niobs wird nicht etwa durch einen Farbauftrag erzielt, sondern durch einen weltweit einmaligen technischen Prozess, dem sog. „Anodischen Oxidieren“.

Diese Technik wird durch das Technologiezentrum Plansee in Kooperation mit der Münze Österreich realisiert: Je nach ihrer exakten Dicke ergibt die wenige Milliardstel Millimeter dünne Oxidschicht des Niobs eine andere, gewünschte kräftige Farbe!

Die Münze wird jeweils von Hand aus der Münzpresse entnommen und kommt nicht mit anderen Münzen in Kontakt, um etwaige Kratzer zu vermeiden. Diese Prägetechnik heißt „handgehoben“. Am 12. März 2008 erschien die 6. Münze der Niob-Reihe mit dem Thema „Faszination Licht“.

Bedeutung der Motive

Das Motiv der Wertseite zeigt einen Laternenanzünder bei der Wartung einer Gaslaterne, wie sie in Wien in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts üblich war. Im Hintergrund sieht man das Wiener Rathaus, ein typisches Wiener Gebäude, das heute noch prachtvoll beleuchtet wird.

Auf der anderen Seite ist im Zentrum des Niob-Innenteils eine stilisierte Sonne dargestellt. Im Silberring sieht man ein Porträt von Carl Auer von Welsbach (1858-1929).

Von seinem Porträt aus symbolisiert eine Kollage verschiedener Leuchtmittel die Entwicklung künstlicher Lichtquellen: Gas-Spar-Licht, Glühbirnen, Energiesparlampe, Neonlicht, Halogenlicht, LED-Chip und Leuchtdiode.

Carl Auer - ein wahrer Pionier

Verpackung der Niobmünze

Carl Auer von Welsbach war ein Pionier in der Nutzung des elektrischen Lichts. Auer erwarb sich Verdienste als Entdecker von vier chemischen Elementen, als Erfinder des Glühstrumpfs im Gaslicht, der Metallfadenlampe und des Zündsteins im Feuerzeug den er 1903 aus einer Legierung aus Cer und Eisen herstellte, von der durch Reiben Stücke abgeschlagen werden konnten, die sich an der Luft selbst entzünden.

Der Glühstrumpf, auch nach ihm "Auerstrumpf" genannt, verbesserte die damals schon bekannte Gasbeleuchtung da man bei geringerem Gasverbrauch wesentlich bessere Lichtausbeute erhielt. Nachdem Auer die Zusammensetzung optimiert hatte, war das Gasglühlicht ("Auerlicht") allen damals bekannten Lichtquellen überlegen und wurde auch wirtschaftlich ein Erfolg. Auer beschäftigte sich auch mit elektrischem Licht.

1898 ließ er die erste brauchbare Metallfadenlampe patentieren. Dazu entwickelte er ein Verfahren zur Herstellung von Drähten aus Osmium, das damals als Metall mit dem höchsten Schmelzpunkt galt. Die daraus abgeleitete Marke "OSRAM" wurde 1906 angemeldet.

Auflage und Auslieferung

Die Münze hat eine Auflage von 65.000 Exemplaren und wird in einem roten Etui mit nummeriertem Echtheitszertifikat der Münze Österreich gekapselt angeboten. Die Preise im Handel liegen Stand April 2008 bei um die 45,00 EUR.

Kontakt Prägeanstalt:

MÜNZE Österreich AG
Am Heumarkt 1
A-1030 Wien
Austria
Fon: +43/1/717 15 0
Fax: +43/1/715 40 70
Web: www.austrian-mint.com

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