Eine sichere Alternative zur physischen Rohstoff-Anlage?

Exchange Traded Commodities (ETCs)

An der Börse werden seit einiger Zeit Zertifikate gehandelt, die es Anlegern erlauben in Rohstoffe zu investieren, ohne diese selbst physisch lagern zu müssen. Es handelt sich genauer gesagt um unbefristete, besicherte Schuldverschreibungen der Emittenten. Diese Zertifikate werden Exchange Traded Commodities (engl. Commodities = Rohstoffe) genannt. Sie werden im Gegensatz zu anderen Schuldverschreibungen physisch mit den Basiswerten besichert. Die Preise dieser ETCs orientieren sich am Spotpreis des jeweiligen Basiswertes, was in einer Rohstoffhausse ein großer Vorteil der ETCs sein kann.

Unterschiede zu den Exchange Traded Funds

Im Gegensatz zu den Exchange Traded Funds, die juristisch als Sondervermögen gelten, sind Exchange Traded Commodities reine Schuldverschreibungen, bei Insolvenz des Emittenten gibt es also keinen Schutz, daher ist ein gewisses Bonitätsrisiko vorhanden. Allerdings gibt es auch einige Vorteile. Da die Rohstoffe physisch hinterlegt werden und es auch eine Option auf Auslieferung derselben gibt (gegen Aufpreis) ist es relativ unwahrscheinlich, dass die Schuldverschreibungen bei gleichbleibender Bonität des Emittenten, also im Normalfall, wertlos werden. Zumal der Rohstoffmarkt insgesamt wohl auch auf langfristige Sicht haussieren wird.

Anbieter von ETCs

Der größte Anbieter von ETCs ist ETF Securities Ltd. Sie bieten derzeit über 40 eigene ETCs an. Es ist also eine reichliche Auswahl vorhanden, den gewünschten Rohstoff auszuwählen, in den man investieren möchte. Darunter gibt es neben den bekannteren Rohstoffen wie Edelmetalle, Rohöl und Kupfer auch Exoten wie Zucker, Baumwolle und Weizen. Mehr zu ETC Securities finden Sie unter www.etfsecurities.com/de/about/etfs_about.asp.

Ein weiterer großer Anbieter ist die Deutsche Börse Commodities GmbH. Sie ist ein Projekt von mehreren großen deutschen Banken, der Deutsche Börse AG, aber auch von Umicore, dem Goldbarrenhersteller. Das Gold wird physisch in Frankfurt gelagert, die ETCs werden auf XETRA gehandelt. Mehr Informationen zu ETC erhalten Sie auf der Webseite http://deutsche-boerse.com/dbag/[...].

Lyxor International Asset Management, eine Tochter der Société Générale ist ebenfalls ein großer Emittent von ETCs. Mehr unter www.lyxoretf.de.

Da jeder ETC eigene Konditionen hat, kann man nicht alle miteinander vergleichen, jedoch gilt es einiges zu bedenken, bevor man darin investieren möchte. Ab Juli 2009 wären Kursgewinne von ETCs mit der neuen Abgeltungssteuer zu versteuern, bei dem XETRA-Gold-ETC der Deutsche Börse Commodities GmbH ist dies momentan noch strittig, der Emittent weist darauf hin, das die Abgeltungssteuer bei ihrem Produkt nicht greift, wenn eine Haltedauer von 12 Monaten eingehalten wird, da er einen Lieferanspruch 100%ig garantiert. Dennoch ist das Risiko in einen ETC zu investieren höher, als in einen ETF, da ein Exchange Traded Funds juristisch als Sondervermögen betrachtet wird, der im Falle einer Insolvenz nicht einfach in die Konkursmasse aufgenommen wird. Trotzdem erfreuen sich ETCs momentan großer Beliebtheit, da sie die Gewinne an den Rohstoffmärkten nahezu 1:1 wiederspiegeln und der Investor eine Chance hat, daran teilzunehmen ohne die Ware selbst einlagern zu müssen.

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Kommentare

Es ist ein schöner Anfang, dass es jedem ermöglicht wird sich bei Industriemetallen zu beteiligen. Die Etfsecurities.com halten leider nicht die interessanten Metalle vor, das sind zum Beispiel Lithium, Kobald, Molybdän (kann sehr leicht mit Silber verwechselt werden: siehe Glanz und spezifisches Gewicht). Aber auch Indium, Germanium und so weiter. Hier gibt es sehr hochpreisige Metalle, die es auch dem Privatmann/Frau ermöglichen sie physisch zu hinterlegen. Denn physisches Metall im Privatbesitz ist ohne jeden Zweifel die sicherste Art durch die kommende Krise zu kommen. So ist Kobald für viele Hightec-Anwendungen unverzichtbar. Wer sich schon mal über stumpfe Bohrer geärgert hat sollte dochmal zu Kobaldlegierten greifen, da sieht man was man unter guter Qualität verstehten kann. Die Bohrer sollten im gesamten Bereich mit Kobald legiert sein und nicht nur so eine dünne Schicht auf der Oberfläche. Bei richtiger Anwendung machen sich diese Bohrer richtig bezahlt. Es wäre sehr schön, wenn Silber hier versuchen könnte Händler oder Lieferanten ausfindig zu machen, die sehr hochpreisige Metalle anbieten. Welche Metalle wofür genutzt werden, kann gerne beschrieben werden, dann kann sich jeder ein Bild machen in welche technologischen Sparten er investiert. Ein Beispiel: alle reden von Litiumionenakkus, daher ist der Preis enorm gestiegen (um das 10 fache in in letzten Jahren) ob das aber so bleibt muss streng überwacht werden, denn es ist nur ein Produkt in dem das Metall zum Einsatz kommtnämlich der Akku. Hier könnte der Silber Zink Akku, der noch bessere Daten aufweist dem Litium den Rang ablaufen. Das ist bei Kobald und Molybdän zur Zeit nicht zu erwarten, dazu ist das Spektrum der Anwendungen zu weit gestreut. Nach meiner Meinung sollte in der Krise der physische Lagerung der Vorzug gegeben werden. Gold ist schön, Silber ist wichtig und andere Metalle sind unverzichtbar. Letztere fehlen bei fast allen Anlegern in ihren Depots.