Deutsches Kaiserreich Silbermünzen
| Stückelung | Silberhändler | Preis | |
|---|---|---|---|
| 2,5 g | MP Edelmetalle | ab 6,55 EUR | |
| 5 g | Heubach Edelmetalle | ab 14,28 EUR | |
| 10 g | MP Edelmetalle | ab 32,60 EUR | |
| 15 g | MP Edelmetalle | ab 40,40 EUR | |
| 25 g | MP Edelmetalle | ab 73,00 EUR |
| Stückelung | Silberhändler | Ankaufspreis | |
|---|---|---|---|
| 2,5 g | MP Edelmetalle | ca. 5,40 EUR | |
| 5 g | Heubach Edelmetalle | ca. 11,67 EUR | |
| 15 g | Heubach Edelmetalle | ca. 460,00 EUR | |
| 10 g | Heubach Edelmetalle | ca. 600,00 EUR | |
| 25 g | Heubach Edelmetalle | ca. 1.300,00 EUR |
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Technische Daten der Kaiserreich Silbermünzen
| Nennnwert | Raugewicht | Feingewicht | Durchmesser | Feinheit | Prägejahre |
|---|---|---|---|---|---|
| 20 Pfennig | 1,111 g | 1,0 g | 16,0 mm | 900 ‰ | 1873 bis 1877 |
| 50 Pfennig | 2,778 g | 2,5 g | 20,0 mm | 900 ‰ | 1875 bis 1878, 1896, 1898, 1900 bis 1903 |
| 1/2 Mark | 2,778 g | 2,5 g | 20,0 mm | 900 ‰ | 1905 bis 1919 |
| 1 Mark | 5,556 g | 5 g | 24,0 mm | 900 ‰ | 1873 bis 1883; 1885 bis 1887; 1891 bis 1894; 1896; 1898 bis 1916 |
| 2 Mark | 11,111 g | 10,0 g | 28,0 mm | 900 ‰ | 1876 bis 1915 |
| 3 Mark | 16,667 g | 15,0 g | 33,0 mm | 900 ‰ | 1908 bis 1918 |
| 5 Mark | 27,778 g | 25,0 g | 38,0 mm | 900 ‰ | 1874 bis 1914 |
Prägestätten für Silbermünzen des Deutschen Kaiserreichs
| Prägestätte | Münzzeichen | Prägejahre* |
|---|---|---|
| Preußische Staatsmünze, Berlin | A | 1872–1918 |
| Königlich Preußische Münze Hannover | H | 1872-1878 |
| Preußische Staatsmünze Frankfurt / Main | C | 1872–1879 |
| Bayerisches Hauptmünzamt, München | D | 1872–1918 |
| Sächsische Staatsmünze, Dresden Sächsische Staatsmünze, Muldenhütten | E | 1872–1887 1887–1918 |
| Königlich Württembergische Münze, Stuttgart | F | 1872–1918 |
| Großherzoglich Badische Münze, Karlsruhe | G | 1872–1918 |
| Großherzoglich Hessische Münze Darmstadt | H | 1872–1882 |
| Hamburgische Münze | J | 1875–1918 |
Geschichte der Silbermünzen des Deutschen Kaiserreichs
Die Währung des Deutschen Kaiserreichs wurde im Münzgesetz vom 9. Juli 1873 als Goldwährung etabliert und galt nach einer Übergangsphase reichsweit ab dem 1. Januar 1876.
Unter dem neuen Goldstandard hatten Silbermünzen den Status von Scheidemünzen, deren Nennwert demnach nicht durch den Silberwert gedeckt sein mussten. Es galt eine begrenzte Annahmepflicht von Silbermünzen bis zu 20 Mark in Summe, die sich in etwa mit der heute geltenden begrenzten Annahmepflicht von 1-, 2- und 5-Cent-Münzen vergleichen lässt.
Ausgenommen war der ältere Vereinstaler. Er war unter dem Silberstandard bis 1873 die wichtigste Kurantmünze und konnte noch bis zu seiner Außerkurssetzung im Jahr 1907 ohne Beschränkung als gesetzliches Zahlungsmittel genutzt werden. Sein Wert war auf 3 Mark festgesetzt.
Nach dem Übergang zur Weimarer Republik 1918/19 wurden zunächst keine Silbermünzen mehr geprägt. Das Währungssystem des Kaiserreichs endete formal aber erst 1924. Goldmünzen des Deutschen Kaiserreichs wurden erstmals im Jahr 1871 geprägt, also bereits vor dem formalrechtlichen Goldstandard. Die Prägung wurde bis 1914 fortgesetzt.
Design der Reichsprägungen und Landesprägungen
Die Silbermünzen des Deutschen Kaiserreichs lassen sich in vom Deutschen Reich herausgegebene Reichsprägungen und von den einzelnen Gliedstaaten herausgegebenen Landesprägungen unterteilen:
- Reichsprägungen: 20 Pfennig, 50 Pfennig, ½ Mark, 1 Mark
- Landesprägungen: 2 Mark, 3 Mark, 5 Mark
Die ½-Mark ersetzte 1905 den älteren Nennwert 50 Pfennig. Hintergrund war der damalige, aus den USA stammende Trend, kleinere Nennwerte als Bruchteile anzugeben. Die ½-Mark wurde als einzige Silbermünze bis 1919 geprägt. Die 20-Pfennig-Münze wurde nur bis 1877 in Silber geprägt. Nach einer Prägepause erschienen ab 1887 dann noch mehrere Versionen aus Kupfernickel.
Bei den Reichsprägungen ist das Münzzeichen das einzige Erkennungsmerkmal für die Herkunft, die bei den Landesprägungen bereits am landesspezifischen Design zu erkennen ist.
Unter den Landesprägungen entfällt der weitaus größte Anteil des Volumens auf preußische Münzen. Als größter Gliedstaat im Deutschen Kaiserreich prägte Preußen mehr Silbermünzen als alle anderen Länder zusammen.
Bedeutende Mengen wurden außerdem in Bayern, Württemberg, Sachsen und Hamburg geprägt, sodass Ausgaben aus diesen Ländern heute deutlich häufiger im Handel anzutreffen sind als Ausgaben aus kleinen Gliedstaaten wie Waldeck-Pyrmont, Schaumburg-Lippe, Lübeck oder Braunschweig.
Münzdesign der Reichsprägungen
Die Reichsprägungen zeigen auf der Wertseite den Nennwert, den Jahrgang und das Ausgabeland „DEUTSCHES REICH“. Bei Münzen mit den Nominalen 1 Mark und ½ Mark ist ein Eichenkranz in das Design integriert. Bei 50-Pfennig-Münzen wurde der Eichenkranz im Laufe des Jahres 1877 eingeführt. Die 20-Pfennig-Münzen aus Silber zeigen keinen Eichenkranz.

Auf der Motivseite ist ein Reichsadler zu sehen. Es gibt eine frühe Version mit kleinem Adler und großem Brustschild und eine spätere Version mit größerem Adler und kleinerem Brustschild. Die Änderung wurde 1889 beschlossen und ab 1891 umgesetzt. Im unteren Randbereich befindet sich das Münzzeichen; bei den 1-Mark-Münzen durchgängig, bei den kleineren Nominalen teilweise doppelt eingeprägt.
Münzdesign der Landesprägungen
Die Seite mit dem Reichsadler übernimmt bei den Landesprägungen mit Nominalen ab 2 Mark die Funktion der Wertseite. Sie zeigt also den Nennwert und ebenso das Ausgabeland „DEUTSCHES REICH“ und den Jahrgang. Die Anpassung der Adlerdarstellungen entspricht den Reichsprägungen.
Die Gegenseite zeigt den Herrscher des jeweiligen Landes, zum Beispiel:
- Preußen: Wilhelm I., Friedrich III. oder Wilhelm II.
- Bayern: Ludwig II., Otto I. oder Ludwig III.
Der Name des dargestellten Herrschers ist im Randbereich und das Münzzeichen unter dem Porträt ausgewiesen.
Die Freien Städte Hamburg, Lübeck und Bremen verwendeten ihre Stadtwappen. Da Lübeck und Bremen keine eigenen Prägestätten hatten, ließen sie die Münzen außerhalb des Stadtgebiets prägen. Ausgaben mit dem Stadtwappen von Lübeck zeigen deshalb meist das Münzzeichen A für die Preußische Staatsmünze in Berlin. Auf Münzen mit dem Stadtwappen von Bremen ist meist das Münzzeichen J für die Hamburgische Münze zu sehen.
2-Mark-Münzen wurden wie die Reichsprägungen mit gekerbtem Rand geprägt. Der Rand der Münzen mit einem Nennwert von 3 oder 5 Mark ist bei fast allen Ausgaben glatt und mit „GOTT MIT UNS“ beschriftet.
Sonderausgaben
Neben den regulären Umlaufmünzen sind im Deutschen Kaiserreich eine Vielzahl von Gedenkmünzen erschienen. Es handelt sich dabei ausschließlich um Landesprägungen, also um Münzen mit einem Nennwert von 2, 3 oder 5 Mark. Häufig genutzte Anlässe waren Geburtstage, silberne und goldene Hochzeiten, Jubiläen sowie Todesfälle von Regenten der Länder.
Die Gedenkmünzen wurden sowohl in gewöhnlicher Prägequalität als auch häufig in „Polierte Platte“ herausgegeben. Der Verweis „Stempelglanz“ in Angeboten für Silbermünzen aus dem Deutschen Kaiserreich bezeichnet keine Prägequalität, sondern sowohl bei Kurs- als auch bei Gedenkmünzen einen besonders hohen Erhaltungsgrad.
Neben einer geringen Auflage ist der (gute oder sehr gute) Erhaltungsgrad das wichtigste preissteigernde Merkmal am Sammlermarkt. Ebenfalls sehr begehrt sind einige Fehlprägungen, die ja per Definition eine Besonderheit darstellen.
Die Freien Städte Hamburg, Lübeck und Bremen haben im Deutschen Kaiserreich keine Gedenkmünzen mit eigener motivischer Gestaltung herausgegeben. In geringen Stückzahlen sind aber Ausgaben in „Polierte Platte“ mit dem Standardmotiv der Stadtwappen erschienen.
Lockerung der Gestaltungsvorschriften für Gedenkmünzen 1909
Ab 1909 erhielten die Prägeanstalten größere Gestaltungsfreiheit für Gedenkmünzen. Auf der Motivseite konnten nun auch andere Motive als der Regent des Landes abgebildet werden und entsprechend beschriftet werden Des Weiteren durfte der bis dahin obligatorische Perlenkranz weggelassen werden. Ein bekanntes Beispiel dieser neuen Gestaltungsfreiheit ist die Gedenkmünze „Jahrhundertfeier der Völkerschlacht bei Leipzig (E), 1913. Sie zeigt das Völkerschlachtdenkmal.
Auch auf der Wertseite waren Abweichungen erlaubt, die andere Darstellungen eines Adlers ermöglichten. Das markanteste Beispiel ist die Münze „Jahrhundertfeier der Befreiungskriege gegen Frankreich“ (A), 1913, die einen Adler mit einer Schlange in den Fängen zeigt.
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