Mit Ausnahme von annähernd reinem Silber, das vorzugsweise für die Geldanlage in Form von Münzen und Barren verwendet wird, handelt es sich bei Produkten, die als Silber verkauft werden, in der Regel um Objekte aus Silberlegierungen. Die folgende Übersicht stellt Ihnen hochreines Feinsilber und die bekanntesten Silberlegierungen vor.

 

Feinsilber (Silber 999)

Feinheit bei Münzen

Als Feinsilber wird Silber bezeichnet, das einen sehr hohen Reinheitsgrad beziehungsweise eine sehr hohe Feinheit aufweist. Silberbarren und Anlagemünzen aus Silber wie der Wiener Philharmoniker, American Eagle, Kookaburra oder Libertad bestehen aus Feinsilber. Typischerweise liegt die Feinheit bei 99,9 %, daher die gebräuchliche Bezeichnungen Silber 999 und im Englischen auch three nine fine silver. Die kanadische Silbermünze Maple Leaf ist sogar four nine fine, besteht also aus 99,99 % reinem Silber oder Silber 9999.

 

Britanniasilber (Silber 958)

Britanniasilber besteht aus 958er Silber

Bei Britanniasilber handelt es sich um eine Silber-Kupfer-Legierung. Das Mischungsverhältnis liegt bei 95,8 % Silber und 4,2 % Kupfer. Britanniasilber wird vor allem zur Herstellung von Silberbesteck verwendet. Die Anlagemünze Britannia bestand bis 2012 aus Britanniasilber, seit dem Prägejahr 2013 kommt jedoch bei der Herstellung Silber 999 zum Einsatz.

 

Sterlingsilber (Silber 925)

925er Sterlingsilber

Diese Silberlegierung besteht aus 92,5 % Silber und 7,5 % Legierungsmetall, in der Regel Kupfer. Sterlingsilber ist aufgrund des Kupferanteils wesentlich härter als Feinsilber und wird traditionell für die Herstellung von Silberschmuck und Silberbesteck verwendet. Es war vom 12. bis zum 20. Jahrhundert das bevorzugte Münzmetall in Großbritannien und ist noch heute aus dem offiziellen Namen der britischen Währung Pound Sterling herauszuhören.

Argentium Silber

Im Bereich der Silberlegierungen mit mehr als 90 % Silberanteil wetteifern seit einigen Jahren mehrere Unternehmen mit patentierten Angeboten um die Gunst der Käufer. Eine dieser Legierungen ist das Argentium Silber der Argentium International Ltd, das einen Silbergehalt zwischen 93,5 % und 96 % aufweist. Argentium Silber läuft nach Aussage des Herstellers nicht an und ist außerdem härter und beständiger als klassisches Sterlingsilber, da Kupfer als Legierungsmetall teilweise durch Germanium ersetzt wurde.

Weißgoldlegierungen

Einige in der Schmuckherstellung gebräuchliche und als Gold verkaufte Legierungen enthalten über 50 % Silber und müssten deshalb eigentlich als Silberlegierungen bezeichnet werden. Das ist zum Beispiel bei 9 Karat Weißgold der Fall, das aus 62,5 % Silber und 37,5 % Gold besteht. 8 Karat Weißgold enthält sogar nur 33,33 % Gold und 66,7 % Silber. Solches "Drittelgold" darf nur in Deutschland als Gold verkauft werden.

Neusilber

Trotz des Namens ist in Neusilber kein Silber enthalten. Neusilber besteht aus 60 % Kupfer, 20 % Nickel und 20 % Zink. Seinen Namen verdankt die Legierung dem silberähnlichen Aussehen und wohl auch der besseren Vermarktbarkeit von Produkten aus Neusilber. Die Legierung wird zur Herstellung von Essbesteck und Schmuck verwendet und kommt in der Feinmechanik und Elektrotechnik zum Einsatz. Auch manche Münzen und Medaillen bestehen aus Neusilber, zum Beispiel einige Ausgaben der DDR-Gedenkmünzen. Im Englischen wird Neusilber auch als German Silver, also "deutsches Silber" bezeichnet.

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Kommentare

ich habe ein armband erworben mit der prägung von 950 silber .gibt es dieses überhaupt? es kommt mir vor wie blech.
soweit ich unterichtet bin darf das sogenannte 333 gold in deutschland nicht als gold bezeichnet werden.