Wie auch bei Schmuck wird für Silberbesteck heutzutage häufig Sterlingsilber verwendet. Sterlingsilber hat einen Silbergehalt von 925/1000. Der restliche Anteil ergänzt sich üblicherweise mit Kupfer. Die Legierung hat den Vorteil, dass sie gegenüber reinem Silber eine höhere Härte aufweist und weniger bis kaum anläuft. Farblich gibt es, bedingt durch das Kupfer, einen leichten Unterschied, d.h. das Sterlingsilber tendiert zu einem leichten Rotstich, was für Laien jedoch kaum bemerkbar ist. Die Bestecke sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich, oft glänzend poliert oder mattiert. Ein besonderes Qualitätsmerkmal ist außerdem die Hartversilberung, die bei einigen Herstellern angeboten wird.
| Bekannte Hersteller: | |
| WMF | Lutz&Weiss |
| BSF | OKA |
| Bruckmann | Robbe&Berking |
| Erbe | Wellner |
| KKS | Wilkens |
Wer heute noch im Besitz von altem Silberbesteck ist, dem möchten wir folgenden Pflegetipp mit auf den Weg geben, damit Sie beim nächsten feierlichen Anlass mit Ihrem silbernen Tafelbesteck glänzen können:
Die schwärzliche Patina von Silber entsteht durch Reaktion mit dem in der Luft spurenweise vertretenen Schwefelwasserstoff. Das mühsame Putzen von Silberbesteck kann mit Hilfe eines physikalischen Tricks umgangen werden:
Legen Sie den Silbergegenstand in eine Schüssel mit einem Teelöffel Salz (haushaltsübliches Speisesalz), geben ein paar Schnipsel Alufolie dazu und füllen die Schüssel mit heißem Wasser. Binnen Minuten löst sich zusehens die schwarze Patina. Nach ein paar Minuten sollten Sie das Silber wieder herausnehmen, da sich sonst eine Schicht bildet, die nur schwer wieder zu entfernen ist. Sollte sich die Schicht nicht gleich lösen, sollten Sie das Silber wieder entnehmen, abwaschen und den Vorgang mit einem neuen Band wiederholen, da der Effekt je Bad nur begrenzt wirkt.

Wirkungsweise
Durch die Reaktion mit dem in der Luft enthaltenen Schwefelwasserstoff entsteht eine Schicht von Silbersulfid. Das Silber gibt bei der Reaktion mit Luft und auch Speisen Elektronen ab. Soll die Schicht entfernt werden müssen also Elektronen zur Verfügung gestellt werden, welche die Verbindung zwischen Silber und dem Schwefel zu lösen vermag.
Aluminium gibt im Gegensatz zu Silber leicht Elektronen ab, da es unedel ist. Wenn sich beide Metalle in einer Lösung befinden wandern folglich die Elektronen von Aluminium zum Silber über. Es entsteht eine geringe Spannung. Das Salz erleichert den Transport der Elektronen in der Lösung, da es sich in geladene Teilchen teilt (Ionen). Je unedler ein Metall ist, desto leichter gibt es Elektronen ab. Das machen wir uns bei diesem Trick zu nutze. Da Aluminium sehr unedel ist, gibt es viel leichter Elektronen ab, als das recht edle Silber. Gibt man also beide Metalle gleichzeitig in eine Lösung wandern Elektronen vom Aluminium zum Silber, so entsteht eine geringe Spannung.
Das Salz in der Lösung trennt sich in Ionen (geladene Teilchen) und erleichtert so den Transport der Elektronen. Der Schwefel löst sich vom Silber, sobald die Elektronen auftreffen, und das reine Silber kommt wieder zum Vorschein. Das Silber wird reduziert und stößt deshalb die negativ geladene Bindung mit dem Silber ab.
In der Lösung bleiben der abgestoßene Schwefel und das jetzt oxidierte Aluminium zurück. Die Lösung ist aber schnell verbraucht, da Aluminium nicht unbegrenzt entstehende Ionen aufnehmen kann, und die Wirkung bleibt aus. Wenn das Silber zu lange in der Lösung belassen wird können sich die Ionen auch wieder am Silber anhängen und zu einer hartnäckigen Schicht werden. Daher sollten Sie das Silber nach 2-3 min spätestens wieder herausnehmen, abwaschen und abtrocknen.
Auf die gleiche Art und Weise funktioniert folgende zeitsparende Anwendung:
Schlagen Sie das Silberbesteck in Alufolie ein und geben es anschließend einige Minuten in einen Kochtopf oder in die Spülmaschine. Wir empfehlen jedoch die oben genannte Variante mit der Schüssel.
Vorsicht:
Einige Chemikalien oder Putzmittel greifen das Silber an, was zu unansehnlichen Flecken führen kann. Benutzen Sie stattdessen nur für die Anwendung mit Silber empfohlene Produkte oder wenden Sie die oben beschriebene Methode an.


















