
Silbermünzen
Doch wie so oft im Leben, kann man auch hier nicht die „eine“ richtige Antwort geben, sondern muss sorgfältig differenzieren:
Kauf bei den Ausgabestellen/Prägestätten
Fast alle Länder, die eigene Münzen herausgeben, haben auch eine Prägestätte im Land oder zumindest eine Ausgabestelle für diese Münzen (z.B. die Nationalbank). Im Raum der Euro-Staaten, trifft letzteres auf alle beteiligten Länder zu, so übernimmt dies in Deutschland beispielsweise die „Verkaufsstelle für Sammlermünzen“, welche seit 2006 von der „Deutschen Post AG“ geführt wird.

Probleme beim Direktbezug gibt es im „Euroland“ lediglich bei den drei Kleinstaaten: Monaco, San Marino und Vatikan. Da die Münzausgaben dieser Länder immer noch sehr begehrt sind und auf dem Zweitmarkt teilweise deutlich über den Ausgabepreis gehandelt werden, besteht hier natürlich eine sehr große Nachfrage bei den Ausgabestellen dieser Kleinstaaten, welche – durch beschränkte Prägekapazitäten – natürlich nicht vollständig gedeckt werden kann und einige Kunden somit dort leer ausgehen.
Anders als bei den drei Kleinstaaten, gibt es selbstverständlich auch Fälle, wo bestimmte Münzausgaben nicht in dem Maße begehrt sind und der Wert bestimmter Münzen teilweise auch unter dem Ausgabepreis fällt. Ebenso kommt es in seltenen Fällen bei der Direktbestellung vor, dass hohe Portokosten anfallen, die sich beim Kauf von einzelnen Münzen nicht rechnen. Bei solchen Ausgaben ist man mit dem Kauf bei den Ausgabestellen natürlich nicht gut beraten. Hier bieten sich die folgenden Alternativen besser an.
Münzhandel
Ein weitere Möglichkeit Münzen zu erwerben stellt der Münzhandel da. Seriöse Anbieter sind im „Berufsverband des Deutschen Münzfachhandels e.V.“ eingetragen, dessen Mitgliederliste Sie hier finden.
Desweiteren ist anzuraten, dass Sie vor dem Kauf einen Preisvergleich zwischen verschiedenen Händlern durchführen, die Differenzen sind im Münzenbereich teilweise extrem groß.
Klar sollte aber auch sein, dass die Preise im Fachhandel – vor allem bei seltenen und gesuchten Münzen – zum Teil recht deutlich über den ehemaligen Ausgabepreisen der Länder liegen. Andererseits finden Sie im Handel auch immer wieder Münzausgaben, die Sie als Privatperson bei der Ausgabestelle niemals so günstig hätten erwerben können. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Händler – vor allem bei großer Abnahmezahl – stellenweise kräftige Rabatte bei den Ausgabestellen bekommen.
Daneben kauft der Münzhandel vereinzelt auch Münzen an. Natürlich schwanken auch hier die Preise, die im Ankauf gezahlt werden, stark und sind insgesamt auch nicht so hoch anzusiedeln, wie die erzielten Erlöse Ihrer Münzen in diversen Auktionshäusern. Außerdem sollte man beachten, dass die meisten Münzhändler – wenn überhaupt – nur hochpreisige und besonders seltene Münzen ankaufen.
Auktionshäuser im Internet


Ebenso, wie im gut sortierten Fachhandel, findet man auch auf Auktionsportalen fast jede Münze, die man sucht. Und das zu Preisen, welche die meisten Händler nicht bieten können.
Allerdings gibt es auch Nachteile: So ist man vor allem im „Münzen-Bereich“ nicht 100% vor „Schwarzen Schafen“ geschützt und daher gilt umso mehr: Achten Sie darauf, bei wem sie kaufen! Gute Indizien für Zuverlässigkeit sind beispielsweise die Bewertungsprofile (Quantität und Qualität der Bewertungen). Trotzdem sollten Sie bei hochpreisigen Münzen Auktionshäuser lieber meiden und den Weg zum „Händler Ihres Vertrauens“ gehen. Dort können Sie sich die Münzen vor dem Kauf selber anschauen und können sichergehen, dass es sich um keine Fälschung handelt und Sie eine entsprechende Qualität erhalten. Dafür lohnt es sich auch einmal etwas mehr zu bezahlen, denn gerade Fälschungen werden vermehrt in Auktionen angeboten.
Desweiteren bieten Auktionshäuser für Privatpersonen die bequemste und rentabelste Lösung Münzen zu verkaufen. Gegen eine geringe Gebühr bieten Ihnen diese an, dass Sie Ihre Auktion online stellen können. Der Vorteil gegenüber dem Verkauf an Händlern besteht darin, dass Sie auf diese Weise in den meisten Fällen direkt an den „Endverbraucher“ verkaufen und somit logischerweise auch mehr Gewinn erzielen können, als wenn Sie die Münzen nur an einen „Zwischenhändler“ veräußern.
Allerdings gilt auch hier das Gleiche für hochpreisige Münzen, wie oben schon geschrieben: Ein Verkauf bei diesen sollte ebenfalls bei einem Händler oder einem Münzen-Auktionshaus (nicht online!) erfolgen.
Münzen, Medaillen oder Barren?

Münzen
Das wichtigste Erkennungsmerkmal von Münzen besteht darin, dass diese offizielle Zahlungsmittel in ihrem Ausgabeland – und unter anderem im Fall der Euro Münzen sogar darüber hinaus – sind. Demzufolge findet man auf Münzen auch stets einen aufgeprägten Nennwert. Ausnahmen, wie zum Beispiel die südafrikanische Gold-Anlagemünze „Krügerrand“, bei welchen der Nennwert immer wieder neu nach dem aktuellen Goldpreis berechnet wird und somit auch nicht auf der Münze sichtbar sein kann, bestätigen in diesem Fall diese Regel.
Da zumeist nicht nur Sammler an den Unterschieden zwischen Münzen, Medaillen und Barren, sondern auch Anleger, interessiert sind, eignet sich das eben aufgeführte Beispiel bereits exzellent, um zu diesen Thema überzuleiten. Da die Mehrzahl der Münzen, welche zu Anlagezwecken erworben werden, aus Edelmetallen bestehen, ist von vorneherein schon klar, dass ein großer Teil der Münzen sich nicht für diese Absichten eignet.
Die sogenannten „Anlagemünzen“ (auch: „Bullionmünzen“), welche – wie der Name schon sagt – speziell für Anleger ausgegeben werden, zeichnen sich in nahezu 100 Prozent der Fälle durch eine sehr hohe Reinheit der Edelmetalle aus, welche auch oft als Schriftzug auf den Münzen zu finden ist. Desweiteren trifft auf die meisten Ausgaben zu, dass deren Nominalwert, teils deutlich, unter dem tatsächlichen Wert der Münzen liegt, welcher sich aus dem momentanen Metallpreis ergibt. Aufschläge zum Edelmetallkurs sind bei Bullionmünzen in der Regel nicht üblich, auch wenn es bei besonderen Ausgaben, wie den chinesischen Panda-Münzen, durchaus einmal vorkommen kann; wobei hier die Bezeichnung „Anlagemünze“ bereits in Frage gestellt werden darf. Auch wenn der oben erwähnte Krügerrand oder die mexikanischen Libertads keinen aufgeprägten Nennwert aufweisen, ist dieses Verfahren selbst bei diesem „Münzen-Typ“ keineswegs gängige Praxis.
Medaillen
Für besonders große Verwirrung sorgte bei vielen angehenden Sammlern vor allem die Unterscheidung zwischen Münzen und Medaillen. Und dies sollte einem überhaupt keinen Kummer bereiten, denn tatsächlich ist die Differenzierung hier nicht ganz so einfach. Doch schon mit einer eindeutigen Eigenschaft der Medaillen schafft man hier Abhilfe. Denn im Unterschied zu Münzen sind Medaillen keine Zahlungsmittel, welche im Auftrag der Länder herausgegeben werden, und sind daher auch zweifelsfrei an der nicht vorhandenen Nennwertangabe erkennbar.
Warum man Medaillen von Münzen unterscheiden können sollte? Leider kommt es momentan immer wieder vor, dass wertvolle und seltene Münzen, in nahezu identischer Form von verschiedenen Firmen als Medaillen produziert werden und nicht selten werden diese Medaillen von unerfahrenen Sammlern mit den Originalstücken verwechselt und dann zu völlig überhöhten Preisen gekauft. Dass der tatsächliche Wert natürlich nicht annähernd vergleichbar ist, muss an dieser Stelle wohl nicht erwähnt werden.
Doch dies soll die Medaillen keinesfalls unter „Generalverdacht“ stellen. Vor allem Ausgaben vergangener Jahrzehnte und Jahrhunderte oder auch besondere Ausgaben, die wirklich in einer stark begrenzten Auflage ausgegeben worden, können teils immer wieder Wertsteigerungen verzeichnen und finden durchaus auch ihren Platz in der Sammlerschaft.
Anders sieht es bei vielen modernen Ausgaben aus, die lediglich für Sammler produziert werden und dies letztendlich in einer dem Sammlermarkt unverhältnismäßig großen Auflage, die dazu führt, dass die Mehrzahl der Medaillen heute nur noch zum Materialpreis gehandelt wird. Da viele Ausgaben aus den Edelmetallen Gold und Silber geprägt werden, sind diese wenigstens nicht komplett wertlos. Verglichen mit dem Ausgabepreis der Hersteller kommt am Ende oftmals trotzdem ein dickes Minus heraus, auf welchem die Sammler sitzen bleiben, sofern sie die Medaillen eines Tages wieder veräußern möchten.

Anders als Münzen oder auch Medaillen werden Barren nicht für Sammler ausgegeben, sondern nahezu ausschließlich für Anleger. Verständlich, dass die Barren daher aus Edelmetallen hergestellt werden, vorzugsweise Silber und Gold. Verwendet wird hierbei meist die größtmögliche Reinheit: 999,9/1000 Silber bzw. Gold sind dabei schon fast die Regel. Gewicht und Reinheit werden bei Barren natürlich auch vermerkt. Eine Nennwertangabe ist in fast 100 Prozent aller Fälle nicht nötig, da Barren heutzutage kaum noch als Zahlungsmittel verwendet und ausgegeben werden.
Eine letzte Bemerkung, die für Anleger besonders wichtig ist, möchten wir an dieser Stelle nicht verschweigen: Nicht immer sind Barren die günstigste Anlageform (in Bezug auf dem Aufschlag zu aktuellen Metallpreis), besonders deutlich wird dies am Beispiel vom Silber. Während Anlagemünzen aus Silber in Deutschland nur mit dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 % besteuert werden, kommt bei Silber-Barren die volle Mehrwertsteuer von 19 % hinzu. Welche Auswirkungen dies letztendlich hat, kann sich jeder selbst ausmalen. Anders sieht es jedoch bei Gold aus, wo sich Münzen und Barren nichts nehmen, denn beide sind komplett von der Steuer befreit.
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