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Regiogeld
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Beitragvom: 25.02.2010, 09:03 Nach oben Nach unten
Gast





Guten Morgen,

ich beschäftige mich schon seit geraumer Zeit mit dem Thema Regiogeld/umlaufgesichertes Geld

dazu ist hier eine sehr anschauliche Präsentation zu ersehen:
http://www.regionalentwicklung.de/1.3.0.0.1.0.phtml

Kommt jemand von euch denn aus einem Raum, wo Regiogeld neben dem Euro im Umlauf ist, beispielsweise aus Chiemgau?
Würdet ihr bei freier Wahlmöglichkeit diese Sache in eurer Region mit dem Kauf von negativ-bezinstems Regiogeld unterstützen? Wenn nicht wie könnte man euch davon überzeugen? Würdet ihr in der Mentalität eurer Region Potenzial dafür sehen?

Danke im Voraus
vom: 25.02.2010, 09:03 Nach oben Nach unten
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Beitragvom: 25.02.2010, 13:43 Nach oben Nach unten
Iring
Silber-Guru


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ich währe dafür , was meine umwelt dazu sagen würde weis ich nicht .
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poenitentiam agite

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Beitragvom: 25.02.2010, 20:45 Nach oben Nach unten
aurelian
Gast




Ich halte die verschiedenen Regionalgeldmodelle durchaus für eine Möglichkeit zur zur lokal/regional begrenzten Grunddeckung beizutragen.

Ob ausgerechnet das Chiemgaumodell auf die hiesige Region übertragbar wäre bezweifele ich allerdings.

Immerhin ein intressanter Ansatz!
Beitragvom: 25.02.2010, 23:45 Nach oben Nach unten
dtx
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Welchen Vorteil hätte denn ein Kunde davon statt mit richtigen Euros mit dem Regiogeld zu zahlen?
Beitragvom: 26.02.2010, 08:07 Nach oben Nach unten
Gast





Aus Sicht des Kunden würde der Vorteil darin bestehen dass er mit einem gewissen Prozentsatz seiner Summe die er von Euro in das Regiogeld wechselt, einen Verein der Region seiner Wahl unterstützt.

Beispiel: Durch die Umlaufgebühr werden Einnahmen jährlich von im Idealfall 8% der Eintauschsumme erzielt, evtl. nochmal 5% dazu wenn in Euro zurückgetauscht wird.
Diese Summe fließt großteils in regionale Institutionen. In welche kann der Tauschkontrahent mittels einer Liste selbst bestimmen.
Der zweite Vorteil liegt in der Gewissheit dass mit dem Geld das man ausgegeben habt auch weiterhin in der Region gewirtschaftet wird. (ausgenommen dem Fall jemand tauscht es in Euros zurück,was aber eine 5%ige Tauschgebühr zur Folge hat)
Beitragvom: 26.02.2010, 10:20 Nach oben Nach unten
Argentum
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barny hat Folgendes geschrieben:
Aus Sicht des Kunden würde der Vorteil darin bestehen dass er mit einem gewissen Prozentsatz seiner Summe die er von Euro in das Regiogeld wechselt, einen Verein der Region seiner Wahl unterstützt.

Beispiel: Durch die Umlaufgebühr werden Einnahmen jährlich von im Idealfall 8% der Eintauschsumme erzielt, evtl. nochmal 5% dazu wenn in Euro zurückgetauscht wird.
[...]


Und wie hoch sind die Ausgaben dabei? Da fällt doch einiges an:
- Entwicklung von Sicherheitsmerkmalen für die Scheine - da die nicht zu hohe Werte haben dürfen, müssen entsprechend mehr Scheine gemacht werden - die vielleicht noch jedes Jahr ein anderes Motiv bekommen
- Kosten für Münzen (wenns welche gibt)
- Aufwand für den Händler wegen einer 2. Buchführung (und vielleicht 2. Registrierkasse)
- Installation eines eventuellen elektronischen Zahlungsverkehrs
- Mnimum ein Verwaltungsangestellter , der die Verwaltung macht
+ dessen Aufsicht bzw. ein Vorstand (im Normalfall eine beliebte Nebentätigkeit von Stadt- und Landräten, wenns bezahlt wird)

und was ich vielleicht noch vergessen hab...
Beitragvom: 26.02.2010, 10:42 Nach oben Nach unten
Gast





Zitat:
- Entwicklung von Sicherheitsmerkmalen für die Scheine - da die nicht zu hohe Werte haben dürfen, müssen entsprechend mehr Scheine gemacht werden - die vielleicht noch jedes Jahr ein anderes Motiv bekommen

da es solche Entwicklungen schon gibt sollte das nicht das Problem darstellen
Jedes Jahr ein anderes Motiv? Nein, trotzdem werden jedes Jahr neue Scheine gedruckt werden müssen, wobei hier die Anzahl nicht zu vergleichen ist mit der Anzahl an Euro scheinen.
Oft reichen ein paar tausend aus in einem sehr großen Einzugsgebiet um enorme Wirkung zu erzielen.
Zitat:
- Kosten für Münzen (wenns welche gibt)

nein, eigentlich sinnlos
Zitat:
- Aufwand für den Händler wegen einer 2. Buchführung (und vielleicht 2. Registrierkasse)

bei einer "Euro-Deckung" 1:1 fällt das flach, die Buchführung kann auf Euro lauten und es ist keine zweite Buchführung erforderlich idR
Zitat:
- Installation eines eventuellen elektronischen Zahlungsverkehrs

Sehr fortgeschrittenes Stadium, aber auch da gibt es schon aus Erfahrungswerten zu lernen
Zitat:
- Mnimum ein Verwaltungsangestellter , der die Verwaltung macht

Steht die Stadt/Gemeinde hinter dem Projekt sollte das, sowie die Finanzierung der Druckkostenbeiträge nicht das geringste Problem darstellen.
Die Verwaltung könnte ein Finanzbeamter übernehmen bzw. wer arbeitstechnisch noch Kapazitäten hat (Ausgabestellen machen in der Regel außerdem die Banken und zwar kostenfrei da Kundschaft gewonnen wird und ein massives Euro-Konto entsteht)
Die Kosten sind wahrscheinlich überschaubar und im Zuge eines Projektes im Budget leichtestens unterzukriegen.

Das wichtigste ist hier die Individualleistung der Initiatoren und Mithelfer die in die Sache viel Enthusiasmus bringen.
Beitragvom: 26.02.2010, 14:08 Nach oben Nach unten
Iring
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wie hoch wäre die verteuerung Question
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poenitentiam agite

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Beitragvom: 26.02.2010, 14:22 Nach oben Nach unten
Euro
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hallo.

das problem an solchen ersatzwährungen ist :

1.verwirrung bei älteren menschen. die stehn jetzt schon ewig beim bezahlen an der metzgerei-kasse, weils sie es kaum blicken und nerven mich. smilie_02
2.eingeschränkte kauffreiheit.(zu wenig akzeptanzstellen)
3.nicht fälschungssicher.
4.soll ich zwei geldbörsen rumtragen???hallo?!
5.hab ich deshalb auch nicht mehr "geld"

usw......

T€
Beitragvom: 26.02.2010, 14:37 Nach oben Nach unten
Iring
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aber euro , hast du deshalb weniger geld ? , du stärkst deine region..... ist auch schon mal was , und mit dem älter werden - warte mal ab ich hörs schon im radio -- und hier noch eine suchmeldung der polizei in ...... : vermisst wird deit den gestrigen abendstunden der .... jährige euro . euro ist bekleidet mit gelben fdp sandalen einem schwarzen cdu bademantel . er trägt einen münzkoffer bei sich . euro ist nicht in der lage sich zu orientieren und wechselgeld an der kasse nachzuzählen , es wird vermutet das er sich aus gewohnheit vor den schaufensterauslagen einschlägiger bullionhändler aufhällt . sachdienliche hinweise nimmt ihre nächste polizeidienststelle oder das wasser und schiffartsamt.... entgegen..

smilie_02
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poenitentiam agite

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Beitragvom: 26.02.2010, 14:42 Nach oben Nach unten
Euro
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iring.

netten dank für deine fürsorgliche prognose.

bevor es soweit kommt, kaufe ich mir einen strick und erschieß mich damit. smilie_11

das mit dem cdu-bademantel stimmt beinahe sogar..... smilie_01

T€
Beitragvom: 26.02.2010, 15:23 Nach oben Nach unten
Argentum
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barny hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
- Entwicklung von Sicherheitsmerkmalen für die Scheine - da die nicht zu hohe Werte haben dürfen, müssen entsprechend mehr Scheine gemacht werden - die vielleicht noch jedes Jahr ein anderes Motiv bekommen

da es solche Entwicklungen schon gibt sollte das nicht das Problem darstellen
Jedes Jahr ein anderes Motiv? Nein, trotzdem werden jedes Jahr neue Scheine gedruckt werden müssen, wobei hier die Anzahl nicht zu vergleichen ist mit der Anzahl an Euro scheinen.
Oft reichen ein paar tausend aus in einem sehr großen Einzugsgebiet um enorme Wirkung zu erzielen.
Zitat:
- Kosten für Münzen (wenns welche gibt)

nein, eigentlich sinnlos

na grade das ist doch das Problem: geringe Mengen ergeben hohe Stückkosten und die Dinger werden nicht in Heimarbeit hergestellt - ein kleiner Euroschein kostet 7-10Cent in der Herstellung dank Massenproduktion, wie soll sich das bei 1er, 2er oder 5er Regios rechnen, ohne das da an irgendwas gespart werden muss?
Münzen gibt es - trotz aller Schwachsinigkeit - leider schon

barny hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
- Aufwand für den Händler wegen einer 2. Buchführung (und vielleicht 2. Registrierkasse)

bei einer "Euro-Deckung" 1:1 fällt das flach, die Buchführung kann auf Euro lauten und es ist keine zweite Buchführung erforderlich idR

aber nur unter 3 Voraussetzungen:
- er kann Regio->Euro ohne Verluste umtauschen
- die Scheine verlieren nie an Wert und bleiben immer gültig
- falls 1 nicht gilt, muss er sämtliche Ausgaben die er aus dem Gewinn seines Laden bestreitet, in Regio bezahlen können (und das dürfte schon beim Wasser u.ä. aber allerspätestens bei den Steuern schwierig werden)
Gibts sowas bei irgendeinem Regionalgeld?

barny hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
- Mnimum ein Verwaltungsangestellter , der die Verwaltung macht

Steht die Stadt/Gemeinde hinter dem Projekt sollte das, sowie die Finanzierung der Druckkostenbeiträge nicht das geringste Problem darstellen.
Die Verwaltung könnte ein Finanzbeamter übernehmen bzw. wer arbeitstechnisch noch Kapazitäten hat (Ausgabestellen machen in der Regel außerdem die Banken und zwar kostenfrei da Kundschaft gewonnen wird und ein massives Euro-Konto entsteht)
Die Kosten sind wahrscheinlich überschaubar und im Zuge eines Projektes im Budget leichtestens unterzukriegen. Das wichtigste ist hier die Individualleistung der Initiatoren und Mithelfer die in die Sache viel Enthusiasmus bringen.

Man kann doch da nicht einfach Frau Müller vom Standesamt hinsetzen, nur weil die wenig zu tun hat... Irgendwie müsste da schon eine gewisse Grundqualifikation da sein. Mag ja sein, dass die Gemeinde hinter dem Projekt steht, das heißt aber noch lange nicht, dass sich da ein (fähiger) Beamter freiwillig zu Mehrarbeit deligieren ließe, wenn für ihn nix bei rausspringt - und an Finanzbeamten herrscht momentan wohl eher Mangel, wie ich meine bei der erneuten Steuer-CD-Debatte so gehört zu haben.


Aber mal allgemein - nehmen wir mal folgendes an:
- umlaufgesicherte Regionalwährung hat 100% Akzeptanz in der Region
- die Menschen der Region tauschen jeden Euro, den sie irgendwie bekommen in Regios
- ihre Konten werden nur in Regios geführt, Überweisungen von und nach außerhalb rechnet die Bank 1:1 um

Da hat man doch schon das Dilemma (alle Vorgänge vereinfacht mal ohne Gewinn/Verlust bei den Händlern gerechnet):
Bürger M. tauscht einen Euro gegen einen Regio, der ausgegebene Regio ist dadurch mit einem Euro bei der Bank hinterlegt. Er kauft damit ein Brot beim Bäcker. Der Bäcker kauft mit dem eingenommen Regio beim Müller Mehl, welcher vom Landwirt für den Regio Getreide bezieht. Insgesamt fallen dabei dummerweise 3x Mehrwertsteuer an. Jeder Händler weist die Bank nun an, 0.07Regios an den Staat zu zahlen - diese muss die in jeweils 7Cent umrechnen und vom hinterlegten Euro des Bürgers bezahlen. Und damit ist der Regio nur noch mit 0.79€ hinterlegt und die Bank würde aus eigenen Beständen nachschießen müssen - oder so massive Gebühren bei der Konvertierung erheben, dass es niemals zu diesem Szenario gekommen wäre, weil keiner die zu zahlen bereit gewesen wäre.
Beitragvom: 26.02.2010, 17:43 Nach oben Nach unten
aurelian
Gast




Allein der Gedanke wenigstens einen kleinen Teil des persönlichen Konsums
zu regionalisieren und damit der internationalen Finanzmaffia zu entziehen birgt immerhin soviel Faszination daß ich persönlich bereit wäre anteilig ein entsprechendes Regionalgeld anzunehmen.
Einige Fragen blieben zu klären:
Ich nehme im Zeitraum X 100 Einheiten ein.70 davon sind €s und 30Regios.
Wie verhält sich das Finanzamt gegenüber den Regios?
Eine weitere Voraussetzung wäre daß ich zumindest einige meiner Lieferanten anteilig in Regios zahlen könnte.
Sollte ich ausschließlich meinen persönlichen Bedarf(Bäcker,Metzger,Gemüsehändler etc.)mit Regionalgeld bestreiten können wird meine mögliche Akzeptanz auf eine niedrigere Ebene absinken.
Beitragvom: 26.02.2010, 17:56 Nach oben Nach unten
Iring
Silber-Guru


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also man kann sich woh nicht gänzlich der weltweit operierenden finanzmafia entziehen aber sich aus der region zu versorgen ist nicht so schwer . selbst kinderarbeits oder lohnsklaven produkte kann man vermeiden . smilie_01
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Beitragvom: 26.02.2010, 18:08 Nach oben Nach unten
aurelian
Gast




@iring+(wen es sonst intressiert):
Im Ostteil des römischen Reiches hat es bis zum Ende des 3.Jh.auch schon Lokale bzw.Provinzausgaben gegeben welche neben dem reichsrömischen
Prägungen im Umlauf waren.(teils sogar aus Ag)
Die Motivation hierzu dürfte sich allerdings nur zum Teil mit der des heutigen Regionalgelds gedeckt haben.
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